Geschlechtersensible Medizin – wieso, weshalb, warum?
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- Geschlechtergerechtigkeit
- Gesundheitsversorgung
- Medizinforschung
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- Ort Hauptgebäude der Leopoldina Jägerberg 1 06108 Halle (Saale)
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Ein Herzinfarkt zeigt sich nicht bei allen Menschen gleich. Während manche sofort dramatische Beschwerden spüren, bleiben die Warnzeichen bei anderen fast unbemerkt. Das kann eine optimale Behandlung erschweren. Doch liegt das am biologischen Geschlecht, an unterschiedlichen Krankheitsmechanismen im Körper oder an sozialen und kulturellen Einflüssen? Und wie gehen wir in der Medizin mit diesen komplexen Fragen und den bestehenden Datenlücken zu Geschlechterunterschieden um?
Geschlechtersensible Medizin erweitert Forschung, Lehre und Versorgung um einen Ansatz, der biologische und soziokulturelle Faktoren gemeinsam betrachtet. So lässt sich besser verstehen, wie sich Gesundheit erhalten lässt, wie Medikamente wirken und wie Krankheiten entstehen. Dazu gehört auch, dass angehende Ärztinnen und Ärzte ihre eigene Geschlechterrolle und mögliche Stereotype reflektieren. Denn diese beeinflussen, wie wir Patientinnen und Patienten wahrnehmen und behandeln.
Ein Blick in die Praxis zeigt, wie relevant das ist: Frauen berichten häufiger als Männer über beeinträchtigende Nebenwirkungen von Medikamenten. Eine Medizin, die solche Unterschiede ernst nimmt, ist ein wichtiger Schritt hin zu einer gerechteren und besseren Gesundheitsversorgung für alle.
Ute Seeland
Univ.-Prof. Dr. Ute Seeland studierte Humanmedizin an der Freien Universität Berlin, der Philipps-Universität Marburg und der Georg-August-Universität Göttingen und promovierte 1999 in Marburg. 2021 habilitierte sie sich an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. 2024 folgte sie dem Ruf auf die von der Margarete-Ammon-Stiftung geförderte Professur für Geschlechtersensible Medizin an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg.
Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in der geschlechtersensiblen Medizin, insbesondere in den Bereichen Prävention, Risikofaktoren, Alter, Schwangerschaft, mikrovaskuläre funktionelle Erkrankungen, Hypertonie und Herzinsuffizienz.
Seit 2021 ist Ute Seeland Vorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Geschlechtsspezifische Medizin e.V. (DGesGM).
Programm/Zeitplan
17:30 Uhr | Urkundenübergabe
an die neuen Mitglieder der Leopoldina, Klasse III
18:30 Uhr | Leopoldina-Vorlesung
Geschlechtersensible Medizin - wieso, weshalb, warum?
Univ.-Prof. Dr. med. Ute Seeland
Hinweis
Die Leopoldina-Vorlesung wird von der Ärztekammer Sachsen-Anhalt als Weiterbildungsveranstaltung anerkannt.
Anmeldung
Eine Anmeldung bis zum 15. Juni 2026 ist erforderlich.